Die Tauberbrücke bei Tauberrettersheim zählt (zusammen vielleicht mit der Gerlachsheimer Brücke über den Grünbach) zu den schönsten Brücken im Tauberfränkischen.
Kein geringerer als Balthasar Neumann, der Baumeister der Würzburger Residenz, zeichnet auch für diese Brücke verantwortlich. Bis auf den Brückenheiligen Nepomuk schmucklos, mit tiefen und dabei üppig breiten Balustraden spannt sich diese Brücke in einzigartiger Harmonie über die träg dahinfließende Tauber - ein Paradies für Enten, Gänse und Schwäne und die vielen im Wasser stehenden Fische.
Tauberaufwärts strecken sich die Pfeiler zugespitzt dem Fluss entgegen, tauberabwärts bilden sie sanft gerundete Bogen, ebenso wie die fächerartig geschwungene Brücke und die auf den Pfeilern ruhenden, rhythmisch angeordneten Kanzeln.
Auf einer dieser kleinen Kanzeln zu stehen an einem schönen Frühsommertag -
ein fast sinnlich greifbares Erlebnis von Einheit und Harmonie.
Kein Wunder, dass es das Standbild des hl. Nepomuk von 1716, das bereits die hölzerne Vorgängerin der Bogenbrücke zierte, nach dem berüchtigten Michaelis-Hochwasser von 1732 unversehrt auf die Mittelkanzel der “neuen”, steinernen Brücke gezogen hat.